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Usability-Probleme der Suchdienste
Ursache schlechter Suchergebnisse kann schlechte Benutzbarkeit sein
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Usability-Fehler der Suchdienste

Das Problem Syntax-Standards
  • Fast jede Suchmaschine hat seine eigenen Standards, wenn es um die Verfeinerung einer Abfrage durch Operatoren geht.
  • Ich gehe davon aus, daß ein gewisses Maß an Lernbereitschaft der Nutzer/innen vorausgesetzt werden kann.
Unterschiede sind kein Problem, sondern Kennzeichen von Vielfalt. Vielfalt ist schön. Ich fahre zum Beispiel einen Peugeot - und welche Automarke fahren Sie?
 
Als Autofahrer/innen müssen sie einen Führerschein machen. Wenn Sie in einem Ihnen fremden Auto das Abblendlicht einschalten oder den Blinker setzen wollen, werden Sie normalerweise den Schalter finden, auch ohne Handbuch. Kein Automobilhersteller würde jedenfalls auf die Idee kommen, grundlegende Bedienelemente elementar anders anzuordnen, das Gaspedal z.B. liegt immer rechts. Im Idealfall ist die Zeit zum Erlernen der Bedienung eines Autos gleich null. So sollte es auch bei Suchdiensten sein (einen "Syntaxführerschein" vorausgesetzt).
Mythen statt Fakten bezüglich Ranking
Meta-Tags beeinflussen das Ranking u. U. entscheidend. Es besteht aber kein gemeinsamer Standard bei den Suchdiensten darüber, welche Meta-Tags überhaupt indiziert werden, wie hoch die Wichtigkeit jeweils eingestuft wird, etc. Spamdexing ist eine Ursache dafür und zeigt Wirkung. Was bleibt, ist Unsicherheit. Wenn eine Seite bei Fireball an Platz 1 steht, heißt das noch lange nicht, daß diese Seite bei Lycos überhaupt zu finden ist. Und nächste Woche kann einiges wieder anders ausfallen. Die Gerüchteküche brodelt: Geheimtips, Plazierung gegen Schmiergeld, etc.
Bedauerlich ist es für Suchende, wenn eine Information, die ein wichtiges Problem lösen könnte, deshalb nicht zu finden ist.
Das Problem der Stopwords
Wenn Sie (z. B. in Altavista) nach "Internet" suchen, erhalten Sie die Meldung, daß es keine Fundstücke gibt. Das ist falsch. Richtig wäre, wenn Altavista melden würde, daß "Internet" ein Stopwort, sozusagen ein Unwort ist.
 
Stopwörter sind Wörter, die sehr oft vorkommen, ebenso Einzelbuchstaben, Satzzeichen, HTML-Befehle, Syntaxbefehle und Bestandteile von Internetadressen. Diese Liste ist sinnvoll. Stellen Sie sich vor, Sie suchen nach [katzen und hunde] und bekommen 743.987.684 Fundstücke zu Dokumenten, die das Wort [und] enthalten. Das Usability-Problem ist die falsche Meldung "kein Dokument gefunden". Note Sechs wegen Täuschungsversuch.
Ich erinnere mich noch gut an eine meiner ersten Stunden im Internet. Ich hatte alle technischen Hürden überwunden, ich war drin. Jetzt wollte ich etwas über das Internet lernen. Irgendwo hatte ich von Altavista gehört. Ich startete meine Abfrage: [Internet] ... Tja, dumm gelaufen: Ein Fisch sucht nicht nach Wasser - ein Internet- Nutzer nicht nach Internet. Heute weiß ich, wie Altavista zu überlisten gewesen wäre: Mit der Abfrage ["Internet"].
Überwältigt von der Informationsflut
Idealerweise ist das Ergebnis einer Suche genau ein Link - zu der Seite, welche die Antwort auf Ihre Frage bietet - sonst nichts.
 
Meist sind es aber mehrere Links. Normalerweise werden erst mal die besten 10 Ergebnisse geliefert. Schön ist es, wenn Sie wählen können, wie viele Links angezeigt werden sollen (Yahoo). Schlecht, wenn die Ergebnisseite auf fünf Links begrenzt ist, damit mehr Werbung angezeigt werden kann, dreist, wenn Werbung den Ergebnissen zum verwechseln ähnlich sieht (Acoon).
 
Oft sind Ergebnisseiten vollgestopft mit Links, die nichts mit der Abfrage zu tun haben. Konzentration auf das Wesentliche und die Berücksichtigung gedächtnispsychologischer Erkenntnisse würden die Ergebnisseiten der Suchdienste verbessern.
Keine Dokumente zu finden
Wenn Sie etwas suchen, das nicht indiziert wurde, werden Sie sonderbare Fehlermeldungen und Vorschläge zur Verbesserung der Abfrage erleben. Probieren Sie es aus. Meine Vorschläge zur Suche: [dufindsmichniemals] oder [hastduniegesehen].
 
So wird Ihnen geholfen:
  • Altavista.de: "Klicken Sie auf einen Bereich, um Ihre Suche nach "dufindsmichniemals" einzugrenzen: ... Gesamtes Web " (!? EINGRENZEN von deutschsprachiges Web auf gesamtes WEB??)
  • Web.de: "Auktionen / Bücher / Kataloge zum Thema dufindsmichniemals" (da bin ich mal gespannt ...)
  • Metager: "Ist "www.dufindsmichniemals.de" noch frei?" (toller Domainname - ehrlich)
  • Metaspinner: "Ergebnisse: 0 - 0 von 0 Referenzen" (von nix bis nix bei nix? Jetz weiß isch, wat die wollen: Die wollen uns vera...)
Diese "Hilfen" sind alles andere als benutzerfreundlich, clever oder sinnstiftend.
Zu wenig indizierte Seiten
Die Quantität der indizierten Seiten ist nicht ausreichend. Northern Light hat angeblich gerade einmal 1/6 des gesamten geschätzten Bestandes an Seiten indiziert und gehört dennoch zu den Suchmaschinen mit großen Indizes. Einer Studie von IBM, Compaq und Altavista zufolge sind
  • höchstens 30 % des gesamten Webs von Suchmaschinen erfaßt.
  • Jede vierte Seite wird nur noch über Ausläufer in Netznischen erreicht.
  • Der Rest, 22% des Angebots, steht praktisch isoliert und damit weitgehend unauffindbar da.
Die Ursachen dafür mögen außerhalb des Verantwortungsbereichs der Suchdienste liegen (Seiten werden gar nicht angemeldet, sind verschoben oder gelöscht, werden dynamisch erzeugt, etc.). Die Wirkung: Der Erfolg einer Suche ist bescheiden. Nützliche Inhalte sind die Voraussetzungen für Usability - Unnützes braucht keine Brauchbarkeit.
 
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Eine Version dieses Artikels habe ich bei searchcode.de veröffentlicht.
 
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